Kategorie Archiv: Tretroller

Tretroller für Erwachsene

Bei den Erwachsenen-Tretrollern gibt es mindestens zwei Varianten, die in Frage kommen und sich komplett unterscheiden:

Klappbare Roller

Tretroller, die klappbar sind, sind klein und leicht. Sie sind vor allem dafür gedacht, sich flink durch die Stadt zu bewegen, und dabei auch häufig die auf- und abzusteigen. Etwa um in die U-Bahn einzusteigen und am Ankunftsort sofort wieder mit dem Roller weiterzukommen.

Diese Art wird von Erwachsenen und Kindern genutzt. Erwachsene fahren damit ins Büro, zur Uni oder in die Schule. Meist werden mit diesen Rollern nur kleinere Entfernungen zurückgelegt.

Der Roller kann auch für Sport benutzt werden. Insbesondere in der Half-Pipe macht er sich recht gut 😉

https://www.youtube.com/watch?v=UlCQhQNBjns

Beispiel: Hudora Big Wheel

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Hudora Big Wheel RX 205

Vorteile:

+ einfach zu transportieren, weil klappbar
+ leicht
+ schon preisgünstig für etwa 70 € neu oder 30 € gebraucht zu bekommen

Nachteile:

+ nur mittlere und langsame Geschwindigkeiten möglich
+ nur Kurzstrecken
+ nicht im Gelände nutzbar

Scooter

Diese Art von Tretrollern für Erwachsene ist robuster als die klappbaren Modelle. Sie sind je nach Typ größer und haben Räder, die einfach eine kleinere Variante der Fahrradräder sind. Diese Roller sind in erster Linie auch für die Bewegung der Stadt gedacht. Durch die Reifenart und Stabilität funktionieren sie aber auch gut auf Feldwegen oder auf Wiesen. Ihr könnt euch damit also z.B. auch mit eurem Hund draußen bewegen und ziehen lassen. 🙂

Im Video seht ihr eine Variante, die noch recht klein ist. Eine Übersicht an Yedoo-Rollern ist übrigens auf dieser Seite. Es gibt aber auch Tretroller, die direkt hergestellt werden, um damit Sport zu treiben. Diese sind oft deutlich größer und sehen damit schon genauso aus wie Fahrräder ohne Pedalen und Sattel. Auf diesen Rollern werden sogar Weltmeisterschaften ausgefochten.

Beispiel-Variante wie im Video oben: Yedoo MEZEQ V-Brake:

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Yedoo Tretroller MEZEQ V-Brake

Vorteile:

+ sehr robust
+ geeignet für hohere Geschwindigkeiten
+ längere Strecken möglich
+ auch im Gelände nutzbar

Nachteile:

– unflexibel
– schwerer
– oftmals auch teurer

Falls ihr einen Tretroller für Erwachsene kaufen wollt, schaut einfach mal im Shop vorbei.

Tretroller für Kinder

child scooter photo
Foto von Lars Plougmann

Worauf solltet ihr achten, wenn ihr eurem Kind einen Tretroller kaufen wollt? Welche Modelle gibt es? Was kosten sie und wo müsst ihr aufpassen?

Typen und Altersgruppen

Grundsätzlich gibt es Kinderroller für unterschiedliche Altersgruppen, für beide Geschlechter und darüber hinaus haben diese nochmal unterschiedliche spezielle Konstruktionseigenschaften. Unterscheiden lassen sich dabei z.B.

Anzahl und Position der Räderzwei, drei oder vier Räder; zwei Räder vorne oder zwei Räder hinten
Größe der Räderklein oder groß
Material der Rädermit oder ohne Luftfüllung
Lenkerklappbar oder statisch
Bremsenur hinten oder zusätzliche Vorderbremse am Lenker

Häufig wird empfohlen, für jüngere Kinder einen Roller zu kaufen, der hinten zwei Räder hat. Dadurch hat das Kind mehr Stabilität während des Fahrens. Allerdings sehen wir das etwas anders. Roller mit nur zwei Rädern sind zwar zu Anfang herausfordernder, euer Kind lernt aber wesentlich besser bereits jetzt, das Gleichgewicht zu halten. Ihr werde über dieses Training sehr froh sein, wenn es daran geht, dem eurem Kind das Fahrradfahren beizubringen. 🙂

Nehmt anfangs aber lieber einen statischen Roller, also keinen, der klappbar ist. Die Stabilität ist einfach höher und die Vorteile der Klappbarkeit erschließen sich bei einem Kind als Fahrer einfach noch nicht. Auch sind die statischen Varianten einfach robuster als die Klapp-Tretroller.

Reifen

Wir empfehlen zumindest anfangs eher Modelle zu nutzen, die größere Reifen haben und evtl. sogar eine Luftbereifung haben. Euer Kind wird sich vermutlich häufiger in eher unwegsamen Gelände bewegen, z.B. kindergerecht im Garten oder gemeinsam mit euch auf Wald- oder Wanderwegen. Tretroller mit kleinen Rädern lassen sich aber nur sinnvoll auf Asphalt nutzen.

Sicherheit

Kauft möglichst einen Tretroller, der auch eine Vorderbremse hat. Das hat zum einen mittelfristig wiederum Sinn für die Vorbereitung auf das Fahrrad. Zum anderen habt ihr natürlich auch doppelte Sicherheit beim Bremsen. Euer Kind kann beide Bremsen nutzen, um schneller anzuhalten. Auch für den Fall, dass eine Bremse defekt sein sollte, bleibt immer noch eine zweite.

Das Trittbrett sollte mit einem rutschfesten Material überzogen sein. Billige Importprodukte haben manchmal Flächen, die bei Feuchtigkeit glitschig werden können. Ein sicherer Stand auf dem Tretroller ist dann nicht mehr möglich.

Denkt beim Kauf des Rollers auch gleich über einen Helm für euer Kind nach. Kinderhelme sind schon günstig für 20 bis 40 € zu bekommen, z.B. hier im Shop:

Kinderhelme ab 20€

UVEX-Kinder-Fahrradhelm-Hero-Rose-49-55-cm-4143171515-0 ABUS-Kinder-Fahrradhelm-Smiley-Croco-family-45-50-cm-0 ALPINA-Kinder-Fahrradhelm-Rocky-BlueGreen-47-52-cm-9629077-0

Achtet auf ein Prüfsiegel. Der TÜV oder andere Institutionen prüfen Tretroller auf Sicherheit. Auf dem Markt existieren viele billige Importe aus Asien, deren Sicherheit nicht gewährleistet ist. Häufig findet ihr Siegel wie dieses:

GS-Zeichen

Wenn ihr diese Punkte beachtet habt, steht dem Rollerspaß nichts mehr entgegen.

Empfehlungen für Kinder-Tretroller haben wir im Shop. Schaut gern mal rein. Zum Beispiel:

BIKESTAR-Premium-Lieblingsspielzeug-Kinderroller-Bestseller-in-seiner-Klasse-und-geeignet-ab-6-Jahren--12er-Sport-Edition--Teuflisch-Schwarz-matt-0 Puky-Roller-R-07-L-Kiwi-0-0 BIKESTAR-Premium-Lieblingsspielzeug-Kinderroller-Blau-0-3 Puky-Ballonroller-Luftbereift-R03L-rot-0

Tretroller vs. Fahrrad

Tretroller-Verkehszeichenvs. Fahrradverbot

Ihr fragt euch zu Recht, warum ihr euch einen Tretroller anschaffen solltet, wenn ihr doch einfach auf das Fahrrad steigen könnt, um kurze oder mittlere Distanzen zu überwinden. Folgende Vorteile sehen wir:

  • flexibler
  • Stabilität beim langsamen Fahren
  • gesetzlich ist man “Fußgänger”
  • Mitnahme in der Bahn
  • einfacher Transport im Rucksack (Klapproller)
  • hohe Intensität, wenn der Roller als Sportgerät genutzt wird

Euer Fahrrad hat gewiss Vorteile, wenn es um größere Distanzen geht. Ihr könnt natürlich deutlich schneller fahren, kommt auch über Hügel und Berge gut per Schaltung hinweg und könnt sogar noch Gepäck transportieren, falls ihr einen Gepäckträger habt.

Allerdings macht sich das Fahrrad im Vergleich zum Tretroller sind besonders gut im überfüllten städtischen Bereich. Der Tretroller hat weder Sitz, noch Pedalen und hat wesentlich kleinere Räder. Er ist dadurch so platzsparend, dass ihr Euch auch angenehm durch Fußgängeransammlungen hindurch bewegen könnt.

Während der Fahrt seid ihr mit euren Füßen wesentlich näher am Boden als mit dem Fahrrad. Ihr könnt also, leicht zwischen Fahren und Gehen hin- und her wechseln, wenn es doch mal ganz besonders eng werden sollte. Tretroller haben auch eine sehr gute Stabilität beim langsamen Fahren. Ein Fahrrad lässt sich mit sehr niedrigem (Schritt-) Tempo kaum mehr vernünftig steuern. Mit dem Roller habt ihr dieses Problem nicht.

Nach §24 StVO Absatz 1 gelten für Tretrollerfahrer die Rechte eines Fußgängers:

Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend. (siehe dejure.org)

Mit dem Tretroller könnt ihr demnach auch auf Fußwegen oder in der Fußgängerzone fahren. Dies ist mit einem Fahrrad für gewöhnlich nicht erlaubt.

In der Bahn zahlt ihr für einen Tretroller üblicherweise keinen Aufpreis. Es kommt natürlich ein bisschen auf das Rollermodell, das jeweilige Bahnunternehmen sowie die Art des Zuges an. Mit einem klappbaren Roller seid ihr aber auf der sicheren Seite.

Bei klappbaren Roller, die ihr auch in eurem Rucksack unterbringen könnt, besteht somit auch nicht die Gefahr eines Diebstahls, weil das Gefährt irgendwo am Bahnhof oder an der Bushaltestelle angeschlossen werden muss. Besonders hier bei uns in Berlin ist das auf Dauer sogar ein ziemlicher finanzieller Vorteil :).

Roller fahren ist auch ein gutes Training für euren Körper. Dadurch dass ihr euch dauernd mit den Beinen abstoßt, wird euer gesamter Körper beansprucht. Insbesondere Beine und Rücken trainiert ihr mit sportlichem Tretrollerfahren. Die Intensität der Belastung liegt dabei höher als beim Fahrradfahren. Das heißt, kürzere Trainingseinheiten haben schon gute Effekte für Euren Muskelaufbau und für euer Herz-Kreislauf-System. Beim Fahrradfahren müsst ihr deutlich länger fahren, um dieselbe Intensität und einen ähnlich hohen Kalorienverbrauch wie auf dem Tretroller zu erreichen.

Wie ihr seht, stellt der Tretroller ein tolles Fortbewegungsmittel mit zahlreichen Vorteilen gegenüber einem Fahrrad dar. Nichtsdestotrotz stellt der Roller keinen Ersatz für ein Fahrrad dar. Er kann seine Stärken aber dort ausspielen, wo das Fahrrad zu klobig wird. Dort, wo es öfters eng wird und wo ihr euch zwar langsamer, aber dafür flexibler bewegen wollt.

Geschichte des Tretrollers

In diesem Artikel möchten wir euch einen Überblick geben, wo der Tretroller eigentlich herkommt, was ihn ausmacht und welche Modelle sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.

tretroller photo
Photo by hansdorsch

Frühe Tretroller

Einfache Roller wurden bereits während der letzten 100 Jahren per Hand hergestellt. Eine simple Variante besteht schlichtweg aus der Verbindung von Rollerskates mit einem Brett. Zur Steuerung wurde oftmals einfach eine alte Kiste vorne auf das Brett angebracht. Durch Lehnen nach rechts oder links konnte so gesteuert werden. Die Konstruktion bestand aus Holz und die Rollen hatten bereits Stahl-Kugellager.

Honda Kick ‘n Go

Honda Kick 'n Go
Foto von

In den 70er Jahren brachte Honda den “Kick ‘n Go” auf den Markt. Der Kick ‘n Go hatte vorne zwei und hinten ein Rad. Die Idee, einen Tretroller auf den Markt zu bringen kam bei dem Autobauer durch einen internen Kreativwettbewerb. Nachdem Honda zunächst nur 2.000 Exemplare des Rollers in lokalen Geschäften in Japan testweise verkaufte und sich dieser Test als erfolgreich erwies, wurde der Kick ‘n Go danach in offiziellen Honda-Shops in Japan und der USA vermarktet. Der Roller war ein großer Erfolg für das Unternehmen und wurde schnell beliebt bei Kindern.

Der Kick ‘n’ Go Tretroller wurde anders genutzt als heutige Roller. Statt sich mit dem Bein vom Boden abzudrücken, besaß der Kick ‘n Go hinten einen Hebel. Wurde dieser mit dem Fuß gedrückt, so konnte damit über eine Kette ein Getriebe in Gang gesetzt werden, das direkt mit dem Hinterrad verbunden war, ganz ähnlich wie mit einem Fahrrad. Dadurch beschleunigt der Kick ‘n Go.

Kickbike

kickbike photo
Foto von tps12

Im Jahr 1994 wurde in Finnland das sogenannte Kickbike erfunden. Das Kickbike hat vorne ein deutlich größeres Rad als hinten. Dadurch lässt es sich wesentlich einfacher handhaben und auch mit hohen Geschwindigkeiten fahren. Kickbike-Varianten werden auch für Sportwettbewerbe genutzt.

Faltbare Tretroller

Mitte der 90er Jahre entstand ein flexibler Mini Tretroller. Wim Ouboter erfand den klappbaren Tretroller. Ouboter war eigentlich Banker, wurde es aber leid, täglich zu Fuß zu seinem Lieblingsimbiss zu laufen. Das Auto zu nehmen war aber ebenfalls nicht sinnvoll, weil der Imbiss dafür nun wieder zu nah war. Ouboter suchte eine Möglichkeit, bequem Distanzen zu überwinden, die nah aber doch zu weit zum Laufen sind. Er baute daraufhin einen einfachen Prototypen mithilfe von Inline-Skate-Rollen in seiner Garage.

Problematisch dabei war allerdings, dass sein Roller zu diesem Zeitpunkt zu groß war. Leute amüsierten sich über sein seltsames Fortbewegungsmittel. Also arbeitete Ouboter weiter an seinem Tretroller und verkleinerte ihn so, dass er klein genug war, um ihn in seinem Rucksack zu verstauen.

Bereits in der 90ern startete Ouboter mit der Produktion seiner Roller in China. Die Roller wurden sehr erfolgreich und wurde unter dem Namen “Micro Skate Scooter”, “Razor” oder “JDBUG/JDRAZOR” verkauft. Besonders in Japan setzte sich der Roller schnell unter Jugendlichen durch, die ihn auch als Stunt-Sportgerät in der gleichen Liga wie Skateboards oder Inline-Skates nutzen.

Drei- und vierräderige Tretroller

Tretroller könnten mit unterschiedlicher Anzahl von Rädern vorkommen. Bei faltbaren Rollern ist zwar meistens die Zweiräder-Variante zu sehen, es werden aber auch Roller mit drei oder vier Rädern produziert.

Im Jahr 1999 produzierte Micro Mobility Systems zusammen mit K2 eine Dreiräder-Variante mit zwei Vorderrädern. Die Stabilität während des Fahrens ist so zwar höher als bei nur zwei Rädern. Der Fahrer tendiert normalerweise dabei auch eher vorne zu stehen. Allerdings hat dieses Design wiederum Nachteile beim Steuern des Rollers.

Vier-Räder-Tretroller wurden um das Jahr 2000 gebaut und hielten sich damit mehr an die frühen Varianten des Tretrollers, der häufig vier Räder hatte und damit eher wie ein Skateboard wirkte. Die 2000er Variante wurde unter dem Namen “Wetzer Stickboard” produziert. Im Jahr 2006 produzierte  das Unternehmen “Nextsport” eine Reihe von Vierrad-Rollern unter dem Namen “Fuzion”. Diese Tretroller sind normalerweise etwas größer als die Roller von Micro Mobility Systems. Spätere Fuzion-Modelle haben kleinere, härtere Räder und eine die Möglichkeit, den Griff um 360 Grad zu drehen.